Transkreation – oder das Übersetzen interaktiver Inhalte

Wir versuchen in unserem Berufs- und Alltagsleben zunehmend, ein Höchstmaß an Informationen in möglichst wenige Worte zu kleiden. Von diesem Trend, ganze Konzepte in eine semantische „Zelle“ zu zwängen, ist auch die Übersetzungsbranche nicht verschont geblieben.

Mit zunehmender Bedeutung der IT-Branche wurde Ende der 80er-Jahre der Begriff der Lokalisierung aus der Taufe gehoben, um einem komplexeren Prozess als dem bloßen Übersetzen eines Textes einen adäquaten Namen zu geben. Lokalisierung im ursprünglichen Sinne bedeutet die Anpassung einer Software sowie der dazugehörigen Inhalte an unterschiedliche Nutzerpopulationen und deren kulturelle Eigenarten und Bedürfnisse.

Inzwischen wurde die Kunst des Übersetzens – oder die multilinguale Inhaltsadaption – um ein weiteres neues Konzept bereichert: Transkreation. Transkreation ist der Versuch, ganz bestimmten Anforderungen Rechnung zu tragen, die Verfasser von Inhalten mittlerweile immer häufiger an eine Übersetzung stellen.

Um die Entstehung dieses neuen Begriffs besser verstehen zu können, ist es zunächst erforderlich, eine Unterscheidung der zwei in diesem Zusammenhang primären Inhaltsarten vorzunehmen.

Informative Inhalte: Der Leser erwartet und benötigt diese Inhalte. Ziel des Verfassers ist die Bereitstellung wahrheitsgetreuer Informationen.

Interaktive Inhalte: Diese Inhalte werden vom Leser nicht unbedingt erwartet und streng genommen auch nicht benötigt. Ziel des Autors ist zumeist, den Leser zu einer Handlung, zu einer Interaktion zu animieren.

Daher sind die Erwartungen des Autors bezüglich einer Übersetzung dieser Inhalte auch jeweils unterschiedlich:

Informative Inhalte: Eine gute Übersetzung gibt sämtliche Informationen der Quelle akkurat und unter Berücksichtigung linguistischer sowie kultureller Besonderheiten in der betreffenden Zielsprache wieder.

Interaktive Inhalte:  Eine gute Übersetzung animiert den Leser zu einer vom Verfasser des Originaltextes gewünschten Handlung. Zur Erreichung dieses Zieles darf die Übersetzung dabei durchaus beträchtlich vom Original abweichen.

Obwohl die Übersetzung interaktiver Inhalte an sich nicht neu ist, so gibt es dennoch eine Vielzahl relativ neuer Mechanismen, mit deren Hilfe Autoren versuchen, den Leser anzusprechen und letztlich zu einer bestimmten Handlung zu bewegen. Dies erfordert bei der Übertragung in andere Sprachen eine weitaus differenziertere Herangehensweise.

Autoren sehen sich heutzutage vor die Herausforderung gestellt, interaktive Inhalte für unterschiedliche Märkte und Sprachen in einer anspruchsvollen Online-Umgebung verfassen zu müssen

Deshalb werden Sprachdienstleister zunehmend von ihren Kunden damit beauftragt, diese interaktiven Inhalte für den jeweiligen Zielmarkt zu adaptieren. Die meisten Sprachdienstleister haben bei der Bewertung der Qualität ihrer Arbeit ihr Augenmerk bisher hauptsächlich auf die akkurate Wiedergabe des Ausgangstextes gelegt und weniger darauf geachtet, ob damit seitens des Verfassers gewünschte Handlungen beim Leser ausgelöst werden.

Und genau an diesem Punkt kommt unser Konzept der TRANSKREATION ins Spiel.

Eine erfolgreiche Transkreation erfordert eine völlig neue Art der Zusammenarbeit zwischen Sprachdienstleister und Kunden als bei einem herkömmlichen Lokalisierungsprojekt.

DER KUNDE

DER SPRACHDIENSTLEISTER

Die große Herausforderung für Autoren und Sprachdienstleister besteht in der Definition geeigneter Prozesse und Werkzeuge zur Erfolgsmessung von Transkreationsprojekten Aktivitäten sowie Anreize bei deren Erstellung. Sofern die nötige linguistische Expertise zur Verfügung steht.



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